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Informationen zum Maßregelvollzugszentrum Niedersachsen - Brauel

Aufgabe des MRVZN Brauel


Das Maßregelvollzugszentrum Niedersachsen am Standort Brauel ist ein Fachkrankenhaus für Forensische Psychiatrie und Psychotherapie, in dem ausschließlich Patientinnen und Patienten, die von illegalen Drogen abhängig sind, gemäß § 64 StGB behandelt werden. Gemäß Vollstreckungsplan des Landes Niedersachen ist das Krankenhaus zuständig für männliche Verurteilte der Landgerichtsbezirke Stade, Verden, Oldenburg, Aurich, Osnabrück und Bückeburg sowie für Frauen aus ganz Niedersachsen. Im MRVZN-Brauel werden derzeit mehr als 130 Patienten therapiert, wegen des hohen Behandlungsbedarfs steht eine Kapazitätserweiterung auf ca. 150 Plätze kurz vor Vollendung.

Ziel der Behandlung ist, die Patientinnen und Patienten zu befähigen, nach ihrer bedingten Entlassung aus dem Maßregelvollzug ein drogenfreies und legal bewährtes Leben zu führen. Die Behandlung in unserem Hause ist auf eine vollständige Rauschmittelabstinenz ausgerichtet, eine Substitutionsbehandlung ist konzeptionell nicht vorgesehen.

Neben der Drogenabhängigkeit, wobei polyvalente Abhängigkeitssyndrome dominieren, findet sich ein hoher Anteil an psychiatrischen Begleiterkrankungen, insbesondere an Persönlichkeitsstörungen aber auch Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätssyndromen, endogenen Psychosen aus dem schizophrenen Formenkreis, Angststörungen, depressiven Syndromen, hirnorganische Störungen und Intelligenzminderungen.

Entsprechend des Behandlungsauftrages und des Therapiekonzeptes ist das Krankenhaus in einem geschlossenen, halboffen und einen offenen Behandlungsbereich gegliedert. Die durchschnittliche Behandlungszeit der Patienten beträgt etwa zwei Jahre, jährlich werden im Fachkrankenhaus 70 bis 80 Patienten stationär aufgenommen.

Die komplexen psychischen Störungen und die ausgeprägten sozialen Defizite der Patientinnen und Patienten bedingen ein weit gefächertes therapeutisches Angebot. Neben dem psychotherapeutischen Setting in Einzel- und Gruppentherapie nehmen andere Behandlungsmethoden wie Sozio- und Milieutherapie, Arbeits- und Beschäftigungstherapie, Kunst- und Sporttherapie aber auch die moderne Psychopharmakotherapie einen breiten Raum ein.

Traditionell werden im MRVZN-Brauel auch drogenabhängige Frauen behandelt, die einen Anteil von knapp 10 % des Klientels ausmachen. Um den spezifischen Bedürfnissen dieser Patientengruppe besser gerecht zu werden, wurde Anfang 2011 die Frauenstation eröffnet.

Unter Berücksichtigung des Behandlungsfortschritts und der stets zu beurteilenden Gefährlichkeit der Patienten werden Lockerungen des Vollzuges gewährt, die der Belastungserprobung dienen und die in zeitlichem und räumlichem Umfang schrittweise erweitert werden. Bei der Außenorientierung sollen die Patienten sinnstiftende Freizeitaktivitäten etablieren und lernen, ihre gesamten Lebensabläufe ohne Rauschmittelkonsum zu gestalten. Sie sind gehalten, ihre Freizeit strukturiert zu gestalten, sich ggf. Sportvereinen anzuschließen und an Treffen der Selbsthilfegruppen für Suchtkranke teilzunehmen. Im Rahmen der Außenerprobung sollen auch stabilisierende soziale Kontakte geknüpft und dauerhaft etabliert werden.

Die Arbeits- und Beschäftigungstherapie dient einerseits der strukturierten Tagesgestaltung aber auch der Vorbereitung auf eine spätere Erwerbstätigkeit. Ziel unserer Rehabilitationsbemühungen ist es, die Patienten in einen geordneten und tragfähigen sozialen Empfangsraum zu entlassen, dies beinhaltet in der Regel die eigenständige Lebensführung in eigener Wohnung bei Vollzeiterwerbstätigkeit.

Während des gesamten Behandlungsverlaufes werden engmaschig Abstinenzkontrollen durchgeführt.

Nach der bedingten Entlassung aus dem Maßregelvollzug werden die Patienten, die im Elbe-Weser-Dreieck wohnen, durch unsere Forensisch-Psychiatrische Institutsambulanz nachbetreut.
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